Integrationskompass

Arbeit & Ausbildung

"Hessen ist weltoffen und international ..."

Weltoffenheit und Internationalität sind prägnante Markenzeichen des Wirtschaftsstandorts Hessen und machen einen erheblichen Teil seiner Attraktivität aus. Dazu tragen auch die Zugewanderten bei: Als Investoren, Unternehmer, Arbeitgeber und Arbeitnehmer leisten sie einen wichtigen Beitrag zur ökonomischen Entwicklung und zur Sicherung des Wohlstandes.

Andererseits sind Zugewanderte von den Problemen auf dem Arbeitsmarkt wesentlich stärker betroffen als Deutsche: Die Arbeitslosenquote ist bei Nichtdeutschen mit 16,7 % mehr als doppelt so hoch wie bei Deutschen (6,5 %); gleichzeitig arbeiten Personen mit Migrationshintergrund häufiger als Personen ohne diesen Hintergrund in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen (16,0 zu 9,3 %).

Um die Beschäftigungsfähigkeit, den Unternehmensgeist und die Chancengleichheit der Zugewanderten zu fördern, hat die Hessische Landesregierung in Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeit ein umfangreiches Arbeitsmarktprogramm entwickelt. Es sieht unter anderem vor, zusätzliche Ausbildungsplätze in neu gegründeten Betrieben oder bei ausländischen Unternehmen zu gewinnen sowie Existenzgründungen zu fördern.

Alle Projekte zum Thema "Arbeit und Ausbildung" finden Sie bei unserer Projektsuche.

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Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Die Anerkennung von im Ausland erworbenen Abschlüssen ist in vielen Fällen ein schwieriger Prozess. Es genügt dafür nicht, das ausländische Zeugnis ins Deutsche zu übersetzen. Vielmehr ist genau zu prüfen, welcher Qualifikation exakt dieser Abschluss entspricht. Dass auf einem Zeugnis beispielsweise der Begriff „Bauingenieur" steht, bedeutet noch nicht, dass der damit attestierte Abschluss dem an einer deutschen Fachhochschule tatsächlich vergleichbar ist. Die Vergleichbarkeit muss sorgfältig geprüft werden, wenn das hohe Qualitätsniveau deutscher Berufsabschlüsse erhalten bleiben soll. Und diese Prüfung muss von wirklich Sachkundigen vorgenommen werden. Denn die Bürgerinnen und Bürger, die künftig die Leistungen des dann anerkannten Berufskundigen in Anspruch nehmen, müssen sicher sein können, dass mit der Berufsbezeichnung „Architekt" oder „Arzt" oder „Apotheker" oder „Installateurmeister" auch eine entsprechende Qualifikation gesichert ist.

Diese tatsächlich komplexe Sachlage (es geht um eine Vielzahl unterschiedlichster Abschlüsse) zeitigt unerwünschte Nebeneffekte: Viele aus anderen Ländern Zugewanderte müssen nicht nur enttäuscht feststellen, dass das Anerkennungsverfahren schwierig ist, dass unter Umständen der im Herkunftsland erworbene Abschluss nicht als dem deutschen Niveau gleichwertig anerkannt werden kann oder dass es für das aus der Heimat bekannte Berufsbild hier keine Stellen gibt. Hinzu kommt noch, dass viele von ihnen dann deutlich unterhalb ihrer im Ausland erworbenen Qualifikationen arbeiten.

Es liegt im Interesse sowohl der Betroffenen als auch des hiesigen Arbeitsmarktes, die vorhandenen Qualifikationspotentiale besser zu erkennen und zu nutzen.

Die Bundesregierung arbeitet aktuell an einem Anerkennungsgesetz, mit dem ein Rechtsanspruch auf ein Verfahren zur Anerkennung und Bewertung ausländischer beruflicher Qualifikationen geschaffen werden soll. Durch die Neuregelung soll erreicht werden, dass künftig für Arbeitgeber und Betriebe nachvollziehbare und bundesweit einheitliche Bewertungen zu den ausländischen Qualifikationen zur Verfügung stehen.

titel-broschuere berami-leitfaden.jpgDamit Ratsuchende sich unter den noch geltenden rechtlichen Bedingungen besser orientieren können, hat das Hessische Integrationsministerium den Verein beramí (Berufliche Bildung e. V.) unterstützt, die Broschüre „Anerkennung von Schul-, Berufs- und Hochschulabschlüssen in Hessen – Ein Leitfaden für die Praxis" herauszugeben. Dieser Leitfaden bündelt nützliche Informationen und gibt wichtige Orientierungshilfen nicht nur für Migrantinnen und Migranten, sondern auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Beratungsstellen. Die vielen positiven Rückmeldungen zur Broschüre zeigen, dass dieser Leitfaden allgemein verständlich Hilfe bei konkreten Problemstellungen bietet.

Den Leitfaden finden Sie im nebenstehenden Navigationsbereich als Download im pdf-Format.

Anmerkung:
beramí ist ein in Frankfurt ansässiger Bildungsverein, der speziell für Migrantinnen und Migranten passgenaue Angebote für die berufliche Weiterentwicklung und die Integration in qualifikationsadäquate Beschäftigung entwickelt.

 

Frau Banu Rübeling
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

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