Integrationskompass

Fachkräftesicherung und demografischer Wandel

Gruppe von Menschen - ©skynesher / iStock.com
Gruppe von Menschen - ©skynesher / iStock.com

Fachkräftesicherung und demografischer Wandel

Der „demografische Wandel“ ist Realität in Hessen. Die Bevölkerung wird älter, die Geburtenrate ist niedrig, der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund steigt. „Weniger, Älter, Vielfältiger“ – der demografische Wandel kennt mehrere Facetten und stellt eine Herausforderung für zahlreiche Bereiche der hessischen Landespolitik dar.

Der demografische Wandel wirkt sich auch auf die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter von 15 bis 65 Jahren aus, die das Arbeitskräftereservoir des Landes bilden. Der Prognoseplattform regio-pro.eu zufolge wird 2020 ein Defizit von rund 134.000 Fachkräften in Hessen erwartet. Bereits heute sind in vielen Berufen und Regionen Fachkräfteengpässe spürbar, vor allem im Pflege- und Gesundheitsbereich.

Neben einer stärkeren Ausschöpfung der hessischen Arbeitskräftepotenziale – hier geht es auch um die Erhöhung der Erwerbsbeteiligung von Frauen, von älteren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und um die Aktivierung der Potenziale von bereits in Hessen lebenden Menschen mit Migrationshintergrund - kann die Zuwanderung qualifizierter Fachkräfte aus dem Ausland dazu beitragen, die sich abzeichnenden Engpässe an Arbeitskräften in Hessen abzumildern. Im Übrigen hat es Hessen allein der Zuwanderung zu verdanken, dass es die Zahl seiner Bevölkerung in den vergangenen Jahren nicht nur stabilisieren, sondern sogar leicht steigern konnte.

Zuwanderung liegt daher im allgemeinen Interesse. Sie ist zugleich von Bedeutung für Hessen als einem international ausgerichteten Wirtschaftsstandort, der ein besonderes Interesse an international orientierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hat.

Fachkräfte sind jedoch längst und allerorten eine begehrte Ressource. Weltweit entwickelt sich mehr und mehr ein „Wettbewerb um die besten Köpfe“. Denn auch andere Staaten sind vom demografischen Wandel betroffen und werben deshalb ebenso in zunehmendem Maße um die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte. Angesichts dieser Konkurrenzsituation ist Hessen umso mehr gefordert, seine Attraktivität für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland zu erhöhen und ihre Zuwanderung auch durch die Erleichterung der rechtlichen Voraussetzungen und durch die Etablierung einer Willkommenskultur und Willkommensstruktur zu fördern.

 

Frau Banu Rübeling
Hessisches Ministerium für Soziales und Integration

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